Vorgängerkirchen
Dies ist der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Die erste Holzkirche aus der Zeit der Besiedlung genügte irgendwann nicht mehr den Anforderungen und wurde 1614 durch einen steinernen Neubau ersetzt. Dieser hatte ein kleines Türmchen in der Dachmitte.
In dieser Kirche hat auch Pfarrer David Rebentrost, der die Krokusse nach Drebach brachte, seinen Dienst versehen.
1717 wurde die Kirche umgebaut. Der Eingang kam auf die Westseite und es wurde ein richtiger Turm errichtet, der sogar noch höher war als der heutige.
Kirchenbrand

Der 12. Mai 1823 war für Drebach ein Tag des Schreckens. Im unteren Ortsteil brach ein verheerendes Feuer aus und auch die Schule, das Rittergut und die Kirche wurden ein Raub der Flammen. Es konnten nur wenige Gegenstände aus dem Gotteshaus gerettet werden: ein wertvolles Kruzifix aus dem Jahr 1666 und zwei Messingleuchter von 1746. Diese drei Gegenstände stehen heute noch auf dem Altar.
Nach der Katastrophe fanden 57 Gottesdienste unter freiem Himmel statt, später konnte man dafür die Räume der neuen Schule nutzen.
Schon wenige Wochen nach dem Brand vergab die Gemeinde den Auftrag für einen Kirchenneubau an den Zimmermeister Christian Friedrich Uhlig aus Altenhain und den Maurermeister Drechsel aus Drebach.
Wiederaufbau
In Rekordzeit wurde die neue Kirche errichtet. Bereits nach einem Jahr stand der Rohbau und zum Reformationstag 1825 wurde sie geweiht. Dieser Zeitraum würde heutzutage nicht mal reichen, um alle Genehmigungen einzuholen.
Christian Friedrich Uhlig übernahm übrigens noch weitere Kirchenbauten in Sachsen, wie z.B. in Thalheim, Mildenau, Einsiedel, Seifersbach und Waldheim. Charakteristisch für Kirchen dieses Baumeisters ist, dass Kanzel und Altar eine Einheit bilden.

Gerahmt wird der Kanzelaltar von zwei korinthischen Säulen, die den klassizistischen Stil betonen. Über der Kanzel steht der Gottesname in Hebräisch und die Symbole für Gott: die Sonne und das Wolkenband.
Ursprünglich hatte die Kirche 1005 Sitzplätze, von denen einige bei Umbauten verloren gingen. Jetzt finden ca. 900 Besucher Platz.
Die Kosten für den Kirchenbau beliefen sich auf 14608 Taler, wobei Fuhren, Transporte und viele Zuarbeiten unentgeltlich geleistet wurden. Auch das aus den Wolkensteiner Amtswaldungen bezogene Holz im Wert von 246 Talern wurde durch königliche Gnade nicht angerechnet.
Zum Vergleich: damals betrug der Lohn eines Maurers ca. 70 Taler im Jahr. Für einen Taler konnte man 25 Pfund Brot kaufen.
Orgel

Die Orgel wurde von Orgelbaumeister Christian Gottlob Steinmüller aus Grünhain für 1800 Taler samt Gehäuse geliefert. Bei der Übernahme wurde sie für ein mit ganz vorzüglicher Genauigkeit gearbeitetes und seinem Meister zur größten Ehre gereichendes Werk erklärt. Steinmüller baute 27 Orgeln, z.B. auch für Wolkenstein, Mildenau, Raschau und Großrückerswalde.
Leider wusste man später den Wert des Instrumentes nicht genügend zu schätzen und ersetzte dieses 1925 durch eine pneumatisch gesteuerte Orgel. Das erwies sich als Fehlentscheidung.
1984 wurde deshalb ein Orgelneubau nötig. Dieser konnte von der Orgelbaufirma Eule aus Bautzen unter abermaliger Beibehaltung des alten Steinmüller Gehäuses ausgeführt werden. Das Instrument besitzt 29 Register und 1900 klingende Pfeifen.
Glocken
Die drei Glocken wurden 1824 vom Glockengießer Siegismund Schröttel in Dresden gegossen und kosteten 1734 Taler.

Die kleine Glocke, Taufglocke genannt, musste 1917 für Kriegszwecke abgenommen werden, blieb aber verschont und konnte 1919 für 803 Reichsmark zurückgekauft werden. Im zweiten Weltkrieg mussten zwei der drei Bronzeglocken abgenommen werden. Während die große Glocke eingeschmolzen wurde, entging die kleine abermals diesem Schicksal und wurde 1947 in Hamburg wiedergefunden. Die mittlere, Brandglocke genannt, da sie aus dem Material der beim Brand zerstörten Glocken gegossen wurde, durfte stets auf dem Turm verbleiben.
1950 wurde eine große Glocke aus Eisenhartguss hergestellt, was sich aber wegen des hohen Gewichts ungünstig auf die gesamte Statik auswirkte. Deshalb wurde 2007 der Glockenstuhl erneuert und in Lauchhammer wieder eine große Bronzeglocke gegossen.
Renovierungen

Die Kirche wurde zuletzt 1969 innen restauriert, 1984 begann die Außenrestaurierung und wurde 1992 mit dem 55 m hohen Turm vollendet.
Im Jahr 2024 wurde das Dach neu gedeckt und der Putz im unteren Bereich erneuert, Fenster, Türen und Porphyr saniert und schließlich hat unsere Kirche auch noch einen neuen Anstrich bekommen. Diese Arbeiten zogen sich noch bis weit ins Jubiläumsjahr 2025 hinein.
Eine weiter Renovierung ist derzeit in Planung.
Textverfasser: Enrico Leibner
Bilder: Christian Gerlach, Mario Reichel

